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Wieso, warum, weshalb – Wie kommt ein Ticket Preis zustande?

veröffentlicht am

Instamanni hat das Diensthandy auf dem Tisch und arbeitet sich durch die aktuellen Fragen der Follower.

 

 

Instamanni: „Oh Mann, ich kanns echt nicht mehr hören. Immer dasselbe. ‚Die ASEAG ist zu teuer. Die ASEAG erhöht die Preise.‘ So einfach ist das nicht. Bei jeder Preisänderung sind viele unterschiedliche Akteure involviert und Prozesse notwendig. Ich erkläre das jetzt mal: … “

 

Wer ist alles involviert und verantwortlich?

Zunächst der Zweckverband AVV. Der setzt sich zusammen aus politischen Vertretern der Stadt Aachen, der StädteRegion Aachen, des Kreises Düren und des Kreises Heinsberg, also aus den vier zuständigen Aufgabenträgern. Aus dem Verwaltungsbereich kommt noch die Bezirksregierung in Köln hinzu. Als Verkehrsunternehmen sitzen die ASEAG, der AVV sowie alle anderen Partner im Aachener Verkehrsverbund (AVV) – wie beispielsweise DB Regio und Rurtalbus – auch mit am Tisch. All diese Partner sind in den Gesamtprozess eingebunden, sprechen sich ab und machen Vorschläge. Die Entscheidung wird dann auf Ebene des Zweckverbands getroffen. Natürlich sind auch unsere Fahrgäste involviert. Wir haben immer ein offenes Ohr für Veränderungswünsche bei Tickets.

 

Wie viele Personen sind in diesen Prozess eingebunden?

AVV: ca. 10 Personen

Unternehmensbeirat: ca. 20 Personen

Regionale Beiräte und Zweckverband: ab 22 bis insgesamt weit über 50 Personen

Bezirksregierung Köln: ca. 3 Personen

Unterm Strich sind das 55 bis 115 Personen. Wow, ganz schön viele, was?

 

Wie läuft das Ganze genau ab?

  1. Am Anfang steht eine Idee oder der Wunsch nach Veränderung. Wie z. B. bei dem neuen 24-Stunden-Ticket, das das Tagesticket ersetzt. Das heißt, verschiedene Partner legen all ihre Ideen auf den Tisch. Das kann wie gesagt auch die Idee eines Fahrgastes sein.
  2. Im nächsten Schritt beschäftigt sich der AVV mit den Ideen und prüft sie. Das ist meist gar nicht so einfach. Denn oft sind es ganz unterschiedliche Ideen und Wünsche, bei denen es Zielkonflikte geben kann. Die Kollegen versuchen dann, alles unter einen Hut zu bringen. Zum Beispiel: Ziel einer Stadt ist es, mehr Bürger für den ÖPNV zu gewinnen. Hier überlegt man, alle Ticketpreise um 50 Prozent zu reduzieren. Schöne Idee. Wären da auf der anderen Seite nicht im Gegenzug enorme finanzielle Belastungen, die auf die Stadt zukommen würden. Dies stünde dem Ziel der Stabilisierung der finanziellen Belastung der Stadt entgegen. Der AVV erarbeitet einen Kompromiss, der bestenfalls allen Bedürfnissen nachkommt.
  3. Dieser Kompromiss wird anschließend im Unternehmensbeirat diskutiert. Der besteht aus Entscheidern aller Verkehrsunternehmen im AVV, wie der ASEAG und anderen Unternehmen wie beispielsweise Arriva oder der WestVerkehr. Die Kollegen beschäftigen sich mit Themen wie Machbarkeit und Kosten. Auch Änderungswünsche werden eingebracht.
  4. Dann wird es politisch. Der Vorschlag ist Thema auf Ebene der Regionalen Beiräte und des AVV-Zweckverbandes. Es sind kommunale politische Vertreter involviert. Aber auch Aufgabenträger für Busleistungen, wie beispielsweise der Kreis Düren oder die StädteRegion. Stimmen sie dem Vorschlag übrigens nicht zu, müssen die Akteure auf der Ebene darunter einen neuen Vorschlag erarbeiten.
  5. Nach der Zustimmung wird der Vorschlag – die Preiserhöhung oder Tarifmaßnahme – formal bei der Bezirksregierung in Köln beantragt. Diese prüft, ob die Änderung genehmigungsfähig – also gesetzestreu – ist. Hierzu gehören z. B. der Abgleich mit dem Gleichbehandlungsgrundsatz sowie die Vermeidung weiterer Verluste. An diesem Punkt wird deutlich, warum wir nicht einfach alle Tickets 50 Prozent günstiger machen können. Die jeweilige Kommune, bei uns die Stadt Aachen, müsste die Verluste ausgleichen.

 

Wie lange dauert der Prozess?

Meist dauert das Ganze ein Jahr. Es gibt feste Termine, zu denen sich die Beteiligten und jeweiligen Gremien treffen. Bis dahin müssen die Vorschläge vorliegen.

 

Fazit:

Ihr seht: Änderungen bei Tickets sind sehr abstimmungs- und zeitaufwendig. Eine Vielzahl von Personen aus Politik, Verwaltung, Verbund und Verkehrsunternehmen sind eingebunden und entscheiden darüber. Diese Entscheidung macht sich niemand einfach. Das versichere ich Euch. Die Änderung ist für den einen gut und notwendig, für den anderen schlecht und wirkt überflüssig. So wie immer im Leben. Stimmts?

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